Heute geht es erst einmal einen ganz großen Schwung nach vorne. Wir fahren mit dem Bus von Zamora rd. 60 km nach Barcial del Barco, um von dort unsere Pilgerreise Richtung Benavente fortzusetzen.
Zunächst aber waren wir ein letztes Mal in der uns ans Herz gewachsenen Cafeteria Dolfos, um ein kurzes und knappes spanisches Frühstück zu uns zu nehmen (Café con leche, tostada, mermelada).
Den zentralen Ominbusbahnhof erreichen wir zügig, aber anders als am Vortag beschrieben, war natürlich kein Schalter besetzt. Dann kaufen wir die Fahrkarten halt im Bus. Dieser kommt auch pünktlich und so kann es dann losgehen.
Die Etappen zwischen Zamora und Barcial del Barco (Montamarta, Riego del Camino, Granja de Moreruela, Santovenia) verlaufen entweder direkt auf oder neben der N-630 und sind deshalb nicht so attraktiv. In Barcial del Barco geht es sofort abseits der Nationalstraße ins Gelände.

Seit meinem letzten Besuch hier hat es aber entscheidende Veränderungen in der Streckenführung gegeben. Ist dieser Abschnitt bis Benavente bisher als wild-romantisch bekannt, haben die Veränderungen doch deutlich von dem Flair genommen. Bisher verlief die Route entweder neben oder auf einer stillgelegten Bahntrasse am Fluß Esla entlang. Man musste hier an verschiedenen Stellen auf den Bahnschwellen laufen, mal eine steile Böschung raufklettern oder über alte Eisenbahnbrücken den Fluß Esla überqueren. Das war zum Teil abenteuetlich-gefährlich, da die Schwellen über die Brücken nicht immer vollständig vorhanden waren. Aber es hatte entlang des Flußbettes durch teilweise Dickicht und Unterholz viel von Abenteuer.
Zwischenzeitlich hat man wohl die eine oder andere Gefahrenstelle erkannt und den Weg präpariert. So wurde das Gleisbett mit einer ca. 30 cm hohen Kiesschicht gleichmäßig bedeckt, so dass das Laufen jetzt einfacher ist. Die Brücken wurden für Fußgänger befestigt, ein Abgleiten in den Fluß ist jetzt unter normalen Umständen nicht mehr möglich. Während sich die alte Streckenführung um die Bahnlinie herumschlängelte, manchmal im Zickzack, oder auch abseits einen Ort durchquerte, führt uns die Piste nun vollständig auf dem alten, aber präparierten Gleisbett nach Benavente. Abgesehen von drei Kurven geht es an der längsten Stelle somit wie für Bahnstrecken üblich 6 km schnurstracks geradeaus. Leicht zu laufen, gut für die Gelenke und Bänder. Aber das Ursprüngliche ist futsch. Für diejenigen, die es mal in der wild-romantischen Variante erlebt haben eher schade….
Zur Veranschaulichung hier ein Bild aus 2014:

So sieht das heute aus:


11.30 Uhr waren wir in Barcial del Barco gestartet, gegen 13.45 Uhr treffen wir an der Unterkunft nach 8,1 km ein. Wir schmeißen unsere Sachen schnell ins Zimmer und starten in die nächste Tapasbar. Geschafft.
Die nächsten Tage werden noch hart werden. Zum einen erreicht uns ein Temperatursturz, die Temperaturen werden morgen Vormittag auf 6°C absacken und in der Spitze vielleicht noch 15°C erreichen. Zum andern haben wir in den nächsten drei Tagen Streckenlängen über 20 km vor uns.