16.10. – Pedrouzo

Heute morgen müssen wir uns unser Frühstück wieder selbst organisieren und wir werden zum wiederholten Male enttäuscht. Das Café Teatro sollte laut des Schildes, das gestern Abend draußen stand, bereits um 7:30 Uhr geöffnet haben. Um 7:45 Uhr stehen Papa und ich vor einem geschlossenen Lokal. Das Problem ist schnell gelöst und wir gehen in das Café Praza auf der anderen Straßenseite, wo Papa auch all die anderen Male, die er hier war, gefrühstückt hat. Allerdings ist die Bedienung etwas eigenartig, was besonders auffällt, als sie unser Trinkgeld brüsk zurückweist.

Mit dem Sonnenaufgang um 8:45 Uhr gehen wir an unserer Unterkunft los. Kurze Zeit später blinzeln die ersten Sonnenstrahlen durch die Bäume hindurch. Die Sonne wird uns den ganzen Tag mit einem wolkenlosen Himmel begleiten.

Zum Mittag hin wird es immer wärmer, bis wir sogar 22°C erreichen. Die Etappe ist 19 km lang und gleich zu Anfang haben wir das Gefühl, irgendwo falsch abgebogen zu sein, als auf den Kilometersteinen nicht mehr die Kilometeranzahl bis Santiago, sondern „Coplementero“ steht. Im Endeffekt macht es aber keinen Unterschied und wir legen trotzdem die gleiche Distanz zurück. Erneut ging es überwiegend bergauf und gleich darauf wieder bergab. Meine Knie sind nicht begeistert, Papa noch weniger.

Bei km 7,2 kommen wir an einem Biergarten vorbei. Offensichtlich werden hier die leeren Bierflaschen einfach im Garten abgestellt.

Einen Kilometer weiter in Ferreiros legen wir unsere erste große Pause ein. Das Wetter wird immer besser, die Temperaturen steigen weiter an.

Die KoPis sind teilweise wieder aus ihren Löchern gekrochen gekommen, was den Lautstärkepegel auf der heutigen Route erklärt. Sehr penetrant sind zwei Franzosen, die sich dazu entschieden haben, während des Wanderns zu telefonieren. Irgendwann bleiben wir einfach stehen und geben den beiden um die 50 m Vorsprung. Als wir nach unserer ersten Pause weiter gehen, dauert es nicht lange, bis wir die beiden wieder an den Hacken haben. Das kann ja noch was werden. Glücklicherweise treffen wir sie doch nicht wieder. Dafür haben wir eine Zeit lang ein enthusiastisches Läuferduo neben uns her gehen, die mit ihren Lautsprechern alle Pilger an ihrer sehr gewöhnungsbedürftigen Musik teilhaben lassen. Und selbst, wenn sie morgen auf einem Bein nach Santiago hüpfen müssen, werden sie morgen ankommen, fuck yeah.

Kurz vor Pedrouzo kommen wir am 21,510-km-Wegstein vorbei – meinem persönlichen Wegstein 🙂

In Pedrouzo angekommen, geht die Suche nach unserer Unterkunft los. Kann ja niemand ahnen, dass es gleich mehrere Hausnummern 34 in derselben Straße gibt.

Irgendwann haben wir sie aber gefunden und werden sehr nett empfangen und in den Ablauf am nächsten Morgen unterwiesen (Frühstück selber machen, ok, da steht schon wieder eine Tassimo-Kaffeemaschine…).

Die Wahl des Lokals, in dem wir heute unser Abendessen einnehmen, zieht sich ein bisschen. Unsere Erstwahl, die wir schon beim Betreten des Ortes getroffen hatten, liegt ganz am Anfang von diesem und als wir dort ankommen, wird uns sofort gesagt, Essen gäbe es erst in einer Stunde. Was nun? Entweder Zeit totschlagen und in einem anderen Lokal ein, zwei Cañas bestellen oder gleich woanders essen. Die zweite Möglichkeit wird es am Ende und wir landen in einem Restaurant mit einem sehr netten und unterhaltungsbedürfdigen Kellner.

Später gehen wir noch in eine Bar, um uns das Spiel Weltmeister gegen In-der-Vorrunde-ausgeschieden anzuschauen und werden direkt wieder mit Tapas willkommen geheißen.

Morgen steht uns unsere letzte Etappe bevor. Es geht auf die letzten Meter zu. Noch 19,7 km und dann werden wir in Santiago sein. Das Wetter soll Überraschungen bereithalten, aber hoffen wir mal, dass es nicht wie angekündigt gegen Mittag regnet. Wir wollen immerhin bei Sonnenschein einlaufen.

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