
Heute ist Ausschlafen angesagt. Und auch wenn Papa gestern noch gesagt hat, er würde sich den Wecker auf 8 Uhr stellen und mich dann wach rütteln, nachdem ich geantwortet hatte, dass man das ja wohl nicht Ausschlafen nennen könne, schlafen wir tatsächlich bis 9:15 Uhr.
Auf der Suche nach einem Frühstückslokal suchen wir gleich auch noch nach einem Lokal, dass schon vor 8 Uhr geöffnet hat, damit wir morgen mit der Abfahrtszeit des Busses nicht ins Hetzen kommen oder ihn sogar verpassen.
Nach dem Frühstück machen wir uns dann auf den Weg zum zentralen Busbahnhof, um uns über die Zeiten der Abfahrt zu erkundigen. Wir verlaufen uns ein klein wenig und Papa lässt sich ein paar Mal fast überfahren, aber irgendwann haben wir unser Ziel erreicht und stellen fest: Wir haben einfach nur die Abzweigung nach links verpasst. Ein Bus Richtung Benavente, wo wir hin möchten, fährt um 10:15 Uhr. Hört sich für uns ziemlich gut an, dann brauchen wir im Idealfall noch nicht einmal ein Café, das vor 8 Uhr aufmacht. Den Rückweg legen wir schneller zurück, da wir nun über die Abzweigung bescheid wissen und denselben Fehler nicht nochmal begehen.
Wir entscheiden uns, die Kathedrale von Zamora zu besichtigen und finden diese auch ziemlich schnell. Ich finde sie hübsch, aber irgendwie echt klein und ich habe sie mir anders vorgestellt.

Als wir noch ein paar Kilometer von Zamora entfernt waren, sah sie so gigantisch aus. Papa glaubt, irgendwas sei hier falsch, er könne nur nicht genau sagen, was. Auf dem Platz vor dem Gebäude setzen wir uns kurz hin und schauen auf den Stadtplan. Schnell wird klar: Wir hatten mit unserem Gefühl beide Recht. Das hier ist nicht die Kathedrale von Zamora. Ein wenig verwirrt machen wir uns also auf zu der richtigen Kathedrale und als wir sie gefunden haben und vor ihr stehen, wissen wir sofort: Das ist die Kathedrale von Zamora.

Wir entscheiden uns für eine Besichtigung und bekommen beide einen Audioguide. Bei Nummer sechs von 37 hört die Tour für Papa auf. Egal, was für einen Track er auswählt, es gibt keinen für die Nummern über sechs. Also holt er sich einen neuen Audioguide und ist mir schnell wieder auf den Fersen. Wir kommen beide zu dem Schluss, dass die Kathedrale durchaus sehr schön ist, aber doch noch etwas Anderes als die in Salamanca, welche deutlich größer und beeindruckender ist.
Es sind bereits zwei Stunden vergangen und es ist 14 Uhr, das bedeutet, die meisten Läden machen grade auch Mittagspause. Auf dem Markt, der hier für die zwei Tage, die wir auch hier sind, aufgebaut ist, essen wir noch eine Kleinigkeit, für Papa Pulpo, den ich zu seinem Bedauern leider nicht mag, und für mich ein Crêpe mit ganz viel Nutella. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Danach machen auch wir eine Mittagspause, die im Endeffekt mit drei Stunden ein bisschen ausartet.
Um 18:30 Uhr machen wir uns auf zur Cafeteria Dolfo, wo wir auch gestern zu Abend gegessen haben. Es ist wieder sehr lecker, nur leider werde ich von einer Wespe belastet. Echt stressig. Papa versucht sie zwischen seinen Händen zu klatschen. Das einzige, was ich dazu zu sagen habe:,,Du weißt aber schon, dass die dich dann sticht?“ Ich kriege ein verwundertes „Nein“ zurück.
Und jetzt sitzen wir hier, am Freitagabend bei 26° C im Straßencafé, und beobachten Zamoras Bürger, die offensichtlich vollständig auf den Straßen unterwegs sind. Sie haben sich alle fein gemacht und sie sehen gut aus. Ich frage mich mittlerweile nicht mehr, was die Menschen hier für Gene haben. Ich weiß nur, ich brauche die auch.
Morgen machen wir uns also mit dem Bus auf den Weg Richtung Benavente, um in Barcial de Barco auszusteigen und von dort aus die restlichen 9 Kilometer nach Benavente zu laufen.
Ich danke Euch… Hatte schon Angst, dass es heute am Ruhetag keinen Bericht gibt. Gute Nacht und einen guten Weg morgen, Susi
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